4 Tipps, um für „Disziplin“ zu sorgen

In meinem letzten Artikel habe ich über die 5 dümmsten Bestrafungen geschrieben. Heute will ich euch die entsprechenden Alternativen dazu liefern. Es handelt sich hier um vier Tipps, die ich für geeignet halte und mit denen ihr eure Spieler trotzdem vor unangenehme Aufgaben stellt. Natürlich können all diese Tipps mit etwas Kreativität noch ausgebaut werden. Aber seht selbst:

Meine vier Tipps:

Paradoxe Intervention

Der Begriff kommt aus der Psychotherapie, aber keine Angst, ich will eure Spieler nicht auf eine Couch legen. 🙂

Wer sich genauer für den Begriff interessiert, der kann hier nachlesen. Aber jetzt zum eigentlichen Thema: Bei paradoxer Intervention geht es darum, völlig anders zu reagieren, als es deine Spieler erwarten.

Um euch diesen Begriff etwas näher zu bringen, werde ich ein paar Beispiele bringen:

  • Nehmen wir an, ein Spieler stört die ganze Zeit das Training. Der Spieler würde wohl am ehesten erwarten eine Strafübung zu bekommen, oder vom Training heimgeschickt zu werden. Aber nichts da, du reagierst ganz anders. Wie? Übergib ihm doch einfach für ein paar Minuten die Leitung des Trainings.
    Die meisten Spieler werden ganz schnell, sehr leise. Problem gelöst! Und wenn du einen ganz frechen Spieler dabei hast, wird der das Training auch übernehmen. Lass ihn einfach schalten und walten wie er will. Wenn die Zeit abgelaufen ist, lobe ihn und erklär ihm, wie er seine Fähigkeiten zukünftig auch ohne Trainer zu sein, der Mannschaft zur Verfügung stellen kann.
  • Einer deiner Spieler hat ununterbrochen den Mund offen und redet was das Zeug hält. Eine paradoxe Intervention wäre es, ihm einmal die Spielerbesprechung leiten zu lassen.
  • Du kannst paradoxe Interventionen aber auch schon im Vorfeld ankündigen. Wer z.B. bei einer Besprechung stört, oder wessen Handy läutet, der muss vor versammelter Mannschaft ein Lied singen. Glaub mir, nachdem der erste Spieler sein Ständchen zum besten gegeben hat, hast du Ruhe. 😉

Wie auch immer, such dir kreative Methoden und vor allem, reagiere ganz anders, als es deine Spieler erwarten.

 

 

Kabinen-Dienst

Anstatt einen Spieler vom Training heim zu schicken, lass ihn doch lieber etwas länger bleiben. Die Zeit kann er nutzen um den Kabinen-Dienst zu übernehmen.

Dieser umfasst, dass zusammenräumen, eventuell auch aufkehren, vergessene Sachen beim Trainer abzugeben, Licht abzudrehen, abzusperren und den Schlüssel im Anschluss beim Trainer zu deponieren.

Glaub mir, dass will niemand und schon gar nicht vor seinen Team-Kollegen. Insofern eine sinnvolle Strafe, zumindest besser als den Spieler nach Hause zu schicken.

Rainer Sturm / pixelio.de

Equipment-Dienst

Hüttchen, Bälle, Stangen, Koordindations-Leitern, Überziehleibchen. Keiner räumt diese Dinge gerne zurück an ihren angestammten Ort. Bietet sich ein Spieler durch diverse Undiszipliniertheiten im Training an, dann übergib ihm diesen Dienst.

Während die anderen lässig in die Kabine gehen, darf dieser Spieler das gesamte Equipment wegräumen. Auch nicht unbedingt erstrebenswert oder?

Kurt Michel / pixelio.de

Gespräche führen, Hintergründe erkunden

Immer wieder gibt es Spieler, die öfters auffällig werden. Was tun mit diesen Spielern? Meist hat dieses Verhalten Gründe, die es zu erkunden gilt. Und das geht nur mit Gesprächen. Zuerst mit dem Spieler, dann eventuell auch mit Eltern oder anderen, im Umfeld der Spieler wichtigen, Personen.

Meist lassen sich schnell die Hintergründe des Verhaltens herausfinden. Weißt du sie erst einmal, kannst du auch dementsprechend darauf reagieren.

Mögliche Hintergründe können sein: Die Scheidung der Eltern, die erste Freundin, schulische Probleme, usw.! Das Problem zu kennen, ermöglicht dir, auch entsprechend sensibel mit dem Thema umzugehen und es gegebenenfalls auch mit der Mannschaft zu thematisieren.

Fazit

Diese vier Möglichkeiten sind sicher ausbaufähig und es gibt noch viele andere Möglichkeiten. Solltest du einige kennen, dann poste sie doch unter Kommentare und mach sie so anderen zugänglich.

Ich freu mich drauf!

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